Postoperative Schmerztherapie

Einer der wichtigsten Bestandteile der Behandlung nach einer Operation ist die Vermeidung und die Behandlung von Schmerzen. Eine gute Akutschmerztherapie ist eine wesentliche Aufgabe unserer Klinik.

Schmerz hat zahlreiche negative Folgen: Er kann zu Stressreaktionen des Körpers, zu Problemen bei der Mobilisation nach einer Operation oder auch zu Depressionen und Schlaflosigkeit führen. Die Vermeidung und Behandlung von Schmerzen ist deshalb einer der wichtigsten Bestandteile der postoperativen Betreuung. Postoperative Schmerztherapie wird nach Möglichkeit bereits vor der Operation mit unseren Patienten gemeinsam geplant und schon prophylaktisch begonnen. Eine Kombinationen schmerzstillender Medikamente mit speziellen Verfahren, wie Schmerzkathetern, wird in Abhängigkeit vom jeweiligen operativen Eingriff zur Anwendung gebracht.

Die KAI unterhält einen 24-Stunden-Akutschmerzdienst zur perioperativen Schmerztherapie. Der anästhesiologische Akutschmerzdienst an der UMR gestaltet und überwacht die Therapie mit speziellen schmerztherapeutischen Verfahren wie patienten-kontrollierter Analgesie (PCA) und patienten-kontrollierter Katheter-Analgesie, sowie bei Patienten mit problematischen postoperativen Schmerzzuständen. Die Behandlung erfolgt in enger Kooperation mit den operativen Kollegen und den Pflegekräften der Allgemeinstationen.

Der Akutschmerzdienst erarbeitet gemeinsam mit den bettenführenden Kliniken Konzepte aus, die eine wirkungsvolle Schmerzbehandlung nach aktuellem wissenschaftlichem Standard gewährleistet. Durch regelmäßigen Austausch und Unterweisungen wird der Standard aufrecht erhalten.

Therapie chronischer Schmerzen

Aktuell leiden in Deutschland etwa 8 Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen. Wenn Schmerzen, die uns akut als ein "Warnsignal" unseres Körpers das Überleben sichern sollen, in ein chronisches Stadium übergehen, haben sie ihre ursprünglich schützende Funktion verloren und sich verselbstständigt. Diese Schmerzchronifizierung erfordert eine konsequente und individuelle Behandlung. Dafür stehen uns neben medikamentösen Behandlungen interventionelle Verfahren, manuelle Therapie, Biofeedback und weitere Verfahren zur Verfügung.

Sie sind auf der Suche nach Beratung, Diagnostik und Therapie akuter oder chronischer Schmerzprobleme? Mögliche zugrundeliegende Ursachen, auf die der Schmerz hinweisen könnte, sind von ÄrztInnen, der dafür in Frage kommenden Fachgebiete bereits untersucht worden? Der Schmerz hat sich womöglich bereits zu einem eigenen Krankheitsbild entwickelt?

In der Schmerztagesklinik betreuen wir in kleinen Gruppen Patienten mit chronischen Schmerzen über mehrere Wochen.

Zur ambulanten Mitbeurteilung Ihrer Schmerztherapie können Sie sich an unseren Kooperationspartner Dr. med. Jörg Endlicher in der Ambulanz für Spezielle Schmerztherapie im MVZ der Universitätsmedizin Rostock wenden. 

Patienten mit Kopf-, oder Gesichtsschmerzen finden Hilfe im Zentrum für Neurologie (Kopfschmerzzentrum Nord-Ost). 

Schmerztherapeutischer Konsildienst

Wir bieten einen umfangreichen schmerztherapeutischen Konsiliardienst für die Kolleg*innen sämtlicher Fachabteilungen des Universitätsklinikums an. Bei komplexeren Schmerzproblemen werden wir von diesen hinzugezogen, um die Schmerztherapie bei stationären und auch ambulanten Patienten zu optimieren. Versorgt werden können Patienten auf allen Stationen der UMR, wenn der behandelnde Stationsarzt den Konsildienst anfordert. Zum Einsatz kommen Verfahren wie Schmerzmittelaustestung und -einstellung, Schmerzmittelpumpenversorgung, Gelenkinjektionen, Schmerzkatheter-Anlagen, Nervenblockaden, Neuraltherapie, Akupunktur, manuelle Therapie und schmerzpsychologische Verfahren.

Interdisziplinäre Schmerzkonferenz

Unsere Klinik ist federführend an der Durchführung der interdisziplinären Schmerzkonferenz der UMR beteiligt, die derzeit alle 2 Monate stattfindet. Die Konsiliarkonferenz ermöglicht die interdisziplinäre Besprechung und Vorstellung von Patienten, mit schwierigen oder komplizierten Schmerzerkrankungen. Durch gemeinsame Anamneseerhebung, Untersuchung und Diskussion der Untersuchungsbefunde können diagnostische und therapeutische Perspektiven entwickelt werden. Entscheidend ist das interdisziplinäre Zusammenführen der Kompetenz der einzelnen Fachgebiete.
Patientenvorstellungen können angemeldet werden unter:

joern.bajorat@med.uni-rostock.de

Aus- und Weiterbildung

Im Rahmen der universitären Lehre sind wir maßgeblich an der Gestaltung des Querschnittsfaches QB14 „Schmerzmedizin“ beteiligt.
Wir besitzen die 12-monatige Weiterbildungsbefugnis in der Zusatzweiterbildung: "Spezielle Schmerztherapie" gemäß Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer Mecklenburg-Vorpommern.